Die Ärzte und die Toten Hosen spielen im August 2013 auf dem Flughafen Tempelhof - am selben Wochenende. Und Pink Floyds Roger Waters kommt ins Olympiastadion zum Freiluftkonzert
Gefeiert wurde ja schon viel im ehemaligen Flughafen Tempelhof, allein 20 000 Besucher rockten beim Berlin Festival Anfang September. Doch das ist nichts gegen das, was Konzertfans und Anwohner im kommenden August erwartet. Erst spielen die Punkrocker der Toten Hosen auf einer Bühne vor dem Flughafengebäude. Dann übernehmen Die Ärzte für ein Doppelkonzert an den beiden folgenden Tagen. 40 000 Besucher sollen an jedem der drei Abende kommen, es wäre ein neuer Konzertrekord auf dem Gelände, das erstmals auch für Einzelkonzerte freigegeben wird. Doch das ist noch nicht alles: Roger Waters, einstiger Kopf von Pink Floyd, bestätigte am Freitag, dass er im September seine Liveshow „The Wall“ im Olympiastadion präsentieren wird.
Mit den Ärzten und den Toten Hosen treten die erfolgreichsten deutschen Punkrockkapellen an einem Wochenende auf. Bela B., Rod Gonzales und Farin Urlaub haben sich den 10. und 11. August gesichert; das Doppelkonzert ist Teil der „Ärztivals“, einer Mini-Festival-Tour mit 16 Terminen, bei der die Berliner „einige ihrer Lieblingsbands“ mitbringen, wie es heißt. In Wien sind das zum Beispiel die US-Rocker „Nofx“ und die deutsche Rockband „Donots“. Wer beim Heimspiel in Tempelhof dabei sein wird, ist noch offen.
Am Freitag vor den Ärzte-Shows laden die „Toten Hosen“ um Frontmann und Teilzeitberliner Campino zur „Grillparty“. Statt Wurst und Bier, wie sie bei gutem Wetter tausende Berliner vor der Kulisse des Flughafens genießen, dürfte es aber eher zahlreiche Hits wie „Kauf mich“ und „Tage wie diese“ geben. Und wer keine Karte mehr bekommt, verbringt den Abend einfach auf dem benachbarten Flugfeld. Dass beide Bands an einem Wochenende auftreten, ist kein Zufall. „Das war schon geplant, man kennt sich ja gut“, heißt es von der Plattenfirma der Toten Hosen. Beide Bands spielten bereits im Jahr 2000 gemeinsame Shows, als sie unter anderen Namen geheime Gigs in kleinen Clubs gaben. Die einstigen Rivalen schätzen sich längst sehr. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja auch im August auf dem Flugfeld einen überraschenden gemeinsamen Auftritt.
Was die Anwohner dazu sagen, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich sei man für Konzertanfragen offen, hieß es bei der Tempelhof Projekt GmbH, aus Rücksicht auf die Anwohner solle es aber nicht jedes Wochenende Open-Air-Konzerte geben. Für die drei nun angekündigten Konzerte habe der Bezirk bereits eine Ausnahme zur Beschallung bis nach 22 Uhr erteilt.
An regelmäßigen Lärm gewohnt sind die Anwohner des Olympiastadions. Doch so spektakulär wie am 4. September des kommenden Jahres geht es auch hier nicht allzu oft zu. Obwohl das Stadion erst vor acht Jahren runderneuert wurde, wird die Arena wieder zur Baustelle. Eine Riesenmauer wird im Innenraum hochgezogen, haushoch und imponierend, doch keine Sorge: Ausgeführt wird sie nur in Leichtbauweise – und am selben Abend wieder eingerissen. Der Baumeister heißt natürlich Roger Waters, ehemals Kopf von Pink Floyd und Rechteinhaber für deren Mammutwerk „The Wall“, das man ohne weiteres als Meilenstein der Rockgeschichte bezeichnen kann. Im September 2010 war er mit dem aufwendigen Spektakel von Toronto aus zu einer Hallen-Welttournee aufgebrochen, die ihn im Juni 2011 auch für zwei Abende in die Berliner O2 World geführt hatte.
Waters kommt Monate nach den Konzerten von Depeche Mode (9. Juni) und Bon Jovi (18. Juni) ins Olympiastadion. Den Open-Air-Sommer komplettieren die Lokalmatadoren von Seeed, die am 23. und 24. August in der Wuhlheide auftreten. Die Terminierung von „The Wall“ am Ende der Freiluft-Saison hat einen guten Grund: Es soll dunkel sein, wenn die 120 Meter lange und 12 Meter hohe Mauer gebaut wird. Nur so kommen die optischen Finessen der Show wirklich zur Geltung, die Filme, Zeichentricksequenzen, Videos, Farbspiele und Monstermarionetten, auch der ganze Zauber der Laser- und Pyrotechnik, ohne die die opernhafte Inszenierung doch nur halb so schön wäre. Und zum Verstehen der – teilweise autobiografischen – Story um den von allerlei Kummer geplagten Rockstar Pink, der sich in immer groteskeren, schon faschistoiden Fantasien von der Welt abkapselt, sich gleichsam einmauert, sind die vor dem Publikum bombastisch entworfenen Bilder unabdingbar.
Berlin wird damit zum dritten Mal Schauplatz des „The Wall“-Spektakels. Erstmals war Roger Waters im Sommer 1990 in der Stadt, bespielte den noch wüsten Potsdamer Platz, mit Gaststars wie Cyndi Lauper, Joni Mitchell, Brian Adams, Sinead O’Connor und Van Morrison. Rund 320 000 Fans kamen.
Vorverkauf für Roger Waters ab 17. November, 9 Uhr, Hotline 01805-570000 oder www.eventim.de. Karten für die Toten Hosen für 39 Euro ab 12. November auf www.dth.de, anschließend an Vorverkaufsstellen. Ärzte-Tickets ab 23. November auf www.bademeister.com und www.eventim.de und ab 30. November an Vorverkaufsstellen.
Wednesday, November 14, 2012
Carnival-Center Schiffbauerdamm
Mit dem Start der Karnevalssaison beginnt auch in der „StäV“ die fünfte Jahreszeit. Vor 15 Jahren wurde sie als Zufluchtsort für Exil-Rheinländer eröffnet, doch längst ist sie weit mehr.
Das karnevalistische Zentrum Ostdeutschlands liegt natürlich, tärää, am Schiffbauerdamm. Dort haben kürzlich die eingeborenen Berliner Narren die Kneipe namens „Berliner Republik“ zu ihrem Hauptquartier ernannt – aber was heißt das schon? Selbst wer Bier und Likörchen bis obenhin getankt hat, der wird die paar Schritte ins Lokal gleich nebenan schaffen, die „StäV“, auch „Ständige Vertretung des Rheinlandes“, in der der Berliner Karneval praktisch erst richtig erfunden wurde.
Heute ist der 11. November, und es geht wieder los, in beiden Kneipen. Die StäV allerdings, überlebensgroß, wie sie nun mal ist, hat den Anstich der fünften Jahreszeit in die Kulturbrauerei verlegt, so viel Platz muss sein, doch das nimmt der Institution natürlich nichts von ihrer Bedeutung.
15 Jahre ist es jetzt ziemlich genau her, dass Friedel Drautzburg und Harald Grunert, vom Hauptstadtbeschluss des Parlaments frustriert, nach Berlin kamen, um hier fortzusetzen, was sie in Bonn begonnen hatten: politikbegleitende Gastronomie.
Doch, so nennen sie das. Jeder kann es nachschlagen, beispielsweise in den Unterlagen für Franchise-Nehmer, die sich mit dem durchschlagenden Erfolgskonzept in deutschen Großstädten selbstständig machen können, „kommunikative, kölsche Offenheit“ vorausgesetzt. Was aus egozentrischer Berliner Perspektive kaum sichtbar wird: Je eine „StäV“ gibt es längst auch in Sylt, Hamburg, Bremen, Hannover – und Köln, womit gewissermaßen der Re-Import des Grundgedankens in die Rheinebene begonnen hat, die Vertretung der Vertretung sozusagen. Das nächste, siebente Projekt kennt jeder, es soll auf dem neuen Flughafen Schönefeld installiert werden.
Das übrigens warten Drautzburg und Grunert ganz gelassen ab, weil sie sich persönlich rausgehalten haben: Die Lizenz hat der spezialisierte Großgastronomiebetrieb Wöllhaf erworben, und so trägt er die Kosten, das ist praktisch. Wie auch immer: Schon im vergangenen Jahr lagen die StäVs mit 9,4 Millionen Euro Umsatz auf Platz 138 der deutschen Gastronomieunternehmen, und da sind Größen wie die Sylter Sansibar oder das Münchener Hofbräuhaus durchaus schon in Sichtweite. Bei der Kölner Gaffel-Brauerei sind sie eine große Nummer; nicht ganz vorn, da ist noch das Müngersdorfer Stadion, aber man muss sich ja Ziele setzen.
Oh, dieses Wachstum birgt Gefahren, die kölsche Nestwärme zischt manchmal so richtig raus aus der Kneipe, wenn die Touristen drängeln. Aber Drautzburg kann sich bei diesem Thema richtig aufregen: „Ich werde richtig wütend, wenn ich höre, das sei ein Lokal, in dem die Scheiß-Touris verkehren“, sagt er, „denn von denen lebt die Stadt doch nun mal.“ Als kürzlich das 15. Jubiläum anstand, mussten Touris allerdings draußen bleiben, dafür kam der Berliner Kardinal Woelki, auch ein versprengter Rheinischer. „Das war ein ganz katholischer Abend“, sagt Grunert.
Katholisch wie viele Abende zuvor, ließe sich ergänzen. Beispielsweise jener Karnevalsbeginn, der von den Anwohnern per Gerichtsbeschluss in der Lautstärke so limitiert worden war, dass Grunert kreativ werden musste. Er erfand den „lautlosen Karneval“ mit Kopfhörern für jeden Gast. War nicht so kommunikativ, zugegeben, aber dafür hatten sie das Interesse der Massen, die sich vor den Fenstern herumdrückten und den kölschen Bekloppten beim Feiern zusahen. Wo liegt das Geheimnis, Herr Grunert? „Essen und Trinken gibt es überall, aber die StäV ist nicht so gesichtslos.“
Dazu gehört, dass auch immer wieder Prominente ihr Gesicht geben. Woelki ist da beileibe nicht der einzige, irgendwie waren alle mal da, aus der Bundestags-Liga und ihren Satelliten-Einrichtungen vor allem. Aber die rheinische Crowd ist auch weitergezogen, viele neue Promi-Lokale wollen gefüllt sein, das ist nun mal so. „Viele, die mit Politik und Lebensfreude schon in Bonn aufgewachsen sind, kennen uns“, texten Drautzburg und Grunert, „das ist aber nicht so wichtig, denn wir kennen lieber Sie.“ Oder, in den knappen Worten von Artikel 2 des Rheinischen Grundgesetzes: „Et kütt wie et kütt.“
Zum Gesicht einer anständigen Ständigen Vertretung gehört das Politikbegleitende dennoch. Wer ins Geschäftsmodell einsteigen will, dem versprechen die Erfinder „Bereitstellung politisch-kultureller Exponate und Schaffung eines politischen Ambientes“, na bitte, da sind offenbar noch reichlich Devotionalien vorhanden, das Modell bleibt ausbaufähig.
Wie geht es weiter? „Et hätt noch immer jot jejange“, danke, das war Artikel 3. Also wird in Schönefeld irgendwann das Kölsch in die ersten Gläser rinnen, und dann ist die „StäV“ verkehrstechnisch reif für den internationalen Auftritt, der nach dem Prinzip „Ach, wie es sich ergibt“ vorbereitet wird. Brüssel zum Beispiel, sagt Grunert, das wäre mal was. Dort drüben gibt es in der Tat noch ziemlich viel Politik zum Begleiten.
Das karnevalistische Zentrum Ostdeutschlands liegt natürlich, tärää, am Schiffbauerdamm. Dort haben kürzlich die eingeborenen Berliner Narren die Kneipe namens „Berliner Republik“ zu ihrem Hauptquartier ernannt – aber was heißt das schon? Selbst wer Bier und Likörchen bis obenhin getankt hat, der wird die paar Schritte ins Lokal gleich nebenan schaffen, die „StäV“, auch „Ständige Vertretung des Rheinlandes“, in der der Berliner Karneval praktisch erst richtig erfunden wurde.
Heute ist der 11. November, und es geht wieder los, in beiden Kneipen. Die StäV allerdings, überlebensgroß, wie sie nun mal ist, hat den Anstich der fünften Jahreszeit in die Kulturbrauerei verlegt, so viel Platz muss sein, doch das nimmt der Institution natürlich nichts von ihrer Bedeutung.
15 Jahre ist es jetzt ziemlich genau her, dass Friedel Drautzburg und Harald Grunert, vom Hauptstadtbeschluss des Parlaments frustriert, nach Berlin kamen, um hier fortzusetzen, was sie in Bonn begonnen hatten: politikbegleitende Gastronomie.
Doch, so nennen sie das. Jeder kann es nachschlagen, beispielsweise in den Unterlagen für Franchise-Nehmer, die sich mit dem durchschlagenden Erfolgskonzept in deutschen Großstädten selbstständig machen können, „kommunikative, kölsche Offenheit“ vorausgesetzt. Was aus egozentrischer Berliner Perspektive kaum sichtbar wird: Je eine „StäV“ gibt es längst auch in Sylt, Hamburg, Bremen, Hannover – und Köln, womit gewissermaßen der Re-Import des Grundgedankens in die Rheinebene begonnen hat, die Vertretung der Vertretung sozusagen. Das nächste, siebente Projekt kennt jeder, es soll auf dem neuen Flughafen Schönefeld installiert werden.
Das übrigens warten Drautzburg und Grunert ganz gelassen ab, weil sie sich persönlich rausgehalten haben: Die Lizenz hat der spezialisierte Großgastronomiebetrieb Wöllhaf erworben, und so trägt er die Kosten, das ist praktisch. Wie auch immer: Schon im vergangenen Jahr lagen die StäVs mit 9,4 Millionen Euro Umsatz auf Platz 138 der deutschen Gastronomieunternehmen, und da sind Größen wie die Sylter Sansibar oder das Münchener Hofbräuhaus durchaus schon in Sichtweite. Bei der Kölner Gaffel-Brauerei sind sie eine große Nummer; nicht ganz vorn, da ist noch das Müngersdorfer Stadion, aber man muss sich ja Ziele setzen.
Oh, dieses Wachstum birgt Gefahren, die kölsche Nestwärme zischt manchmal so richtig raus aus der Kneipe, wenn die Touristen drängeln. Aber Drautzburg kann sich bei diesem Thema richtig aufregen: „Ich werde richtig wütend, wenn ich höre, das sei ein Lokal, in dem die Scheiß-Touris verkehren“, sagt er, „denn von denen lebt die Stadt doch nun mal.“ Als kürzlich das 15. Jubiläum anstand, mussten Touris allerdings draußen bleiben, dafür kam der Berliner Kardinal Woelki, auch ein versprengter Rheinischer. „Das war ein ganz katholischer Abend“, sagt Grunert.
Katholisch wie viele Abende zuvor, ließe sich ergänzen. Beispielsweise jener Karnevalsbeginn, der von den Anwohnern per Gerichtsbeschluss in der Lautstärke so limitiert worden war, dass Grunert kreativ werden musste. Er erfand den „lautlosen Karneval“ mit Kopfhörern für jeden Gast. War nicht so kommunikativ, zugegeben, aber dafür hatten sie das Interesse der Massen, die sich vor den Fenstern herumdrückten und den kölschen Bekloppten beim Feiern zusahen. Wo liegt das Geheimnis, Herr Grunert? „Essen und Trinken gibt es überall, aber die StäV ist nicht so gesichtslos.“
Dazu gehört, dass auch immer wieder Prominente ihr Gesicht geben. Woelki ist da beileibe nicht der einzige, irgendwie waren alle mal da, aus der Bundestags-Liga und ihren Satelliten-Einrichtungen vor allem. Aber die rheinische Crowd ist auch weitergezogen, viele neue Promi-Lokale wollen gefüllt sein, das ist nun mal so. „Viele, die mit Politik und Lebensfreude schon in Bonn aufgewachsen sind, kennen uns“, texten Drautzburg und Grunert, „das ist aber nicht so wichtig, denn wir kennen lieber Sie.“ Oder, in den knappen Worten von Artikel 2 des Rheinischen Grundgesetzes: „Et kütt wie et kütt.“
Zum Gesicht einer anständigen Ständigen Vertretung gehört das Politikbegleitende dennoch. Wer ins Geschäftsmodell einsteigen will, dem versprechen die Erfinder „Bereitstellung politisch-kultureller Exponate und Schaffung eines politischen Ambientes“, na bitte, da sind offenbar noch reichlich Devotionalien vorhanden, das Modell bleibt ausbaufähig.
Wie geht es weiter? „Et hätt noch immer jot jejange“, danke, das war Artikel 3. Also wird in Schönefeld irgendwann das Kölsch in die ersten Gläser rinnen, und dann ist die „StäV“ verkehrstechnisch reif für den internationalen Auftritt, der nach dem Prinzip „Ach, wie es sich ergibt“ vorbereitet wird. Brüssel zum Beispiel, sagt Grunert, das wäre mal was. Dort drüben gibt es in der Tat noch ziemlich viel Politik zum Begleiten.
Tuesday, November 13, 2012
Berlin-Bett
Hauptstädter können im Januar zum Sonderpreis in 63 Hotels übernachten Auch für das neue Waldorf-Astoria sind Buchungen ab heute möglich. Außerdem verlost der Tagesspiegel Gratis-Übernachtungen
Diesmal gilt eine Urlaubssperre im Callcenter von „Visit Berlin“. Auch ihre Webseite hat die Tourismusgesellschaft technisch verstärkt, um dem erwarteten Ansturm gewachsen zu sein. Denn ab dem heutigen Mittwoch können Berliner und Brandenburger wieder zum Sparpreis eine Übernachtung in einem Hotel in der Stadt reservieren – darunter das bisher nicht eröffnete Waldorf-Astoria im Charlottenburger Zoofenster-Hochhaus und zwölf weitere Fünf-Sterne-Häuser. Vom 5. auf den 6. Januar laden insgesamt 63 Hotels unter dem Motto „Erlebe Deine Stadt“ zu sich ein.
Das Doppelzimmer kostet 110 Euro.
Das sind elf Euro mehr als in den vorigen zwei Jahren. Die Tourismuswerber begründen dies mit höherer Qualität. Noch nie waren so viele Luxushotels dabei, und von den übrigen 50 Häusern gehören 44 der Kategorie Vier Sterne an. Beim letzten Mal war das Callcenter der Vielzahl von Anrufen nicht gewachsen, gleichzeitig brach der überlastete Internetserver zusammen. Das soll nun nicht mehr passieren. Laut Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker werden 30 Mitarbeiter ab 10 Uhr die Anrufe unter der Nummer 25 00 25 entgegennehmen. Online sind Buchungen unter erlebe.visitberlin.de möglich.
Die Hoteliers versprechen sich vor allem neue Gäste von der Aktion. „Die Übernachtungen führen zu Folgegeschäften“, sagt Hans Eilers, Direktor des Hotels Savoy in der Fasanenstraße und Vorsitzender des Vereins „Visit Berlin Partnerhotels“. Die Erfahrung zeige, dass zufriedene Berliner ein Haus weiterempfehlen und es auch buchen, wenn sie später mal Zimmer für Gäste aus dem In- und Ausland benötigen. Außerdem wolle die Branche verdeutlichen, dass sie sich zum „Wirtschaftsfaktor Nummer eins in Berlin“ entwickelt habe, und Vorbehalte gegenüber dem Tourismus abbauen.
Visit Berlin hat eine Umfrage zur Touristenfeindlichkeit in Teilen der Bevölkerung in Auftrag gegeben. Demnach sind 91 Prozent der Befragten „stolz“ auf die steigenden Besucherzahlen, 89 Prozent fühlen sich „nicht eingeschränkt oder gestört“. Es gibt aber große Unterschiede in den Bezirken. In Friedrichshain-Kreuzberg stören sich 29 Prozent der befragten Bewohner an Folgen des Booms wie Platznot, Lärm, Müll, Saufgelagen und steigenden Preisen in Lokalen. In Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Lichtenberg, Neukölln und Mitte sind es 11 bis 14 Prozent. Sehr viel geringer ist die Zahl in den touristenarmen Außenbezirken.
Eilers hofft sogar, dass die Übernachtungsaktion den Nachwuchsmangel in den Hotels lindert – indem Eltern anschließend ihre Kinder zur Ausbildung ermuntern. „Wir suchen händeringend gute Azubis“, sagt der Direktor und Vereinschef.
Für die 55 Euro pro Person wird es im Januar nicht nur eine Übernachtung mit Abendessen und Frühstück geben. Auch ein Willkommensdrink gehört dazu, außerdem kann man hauseigene Fitness- und Wellnessräume – sofern vorhanden – gratis nutzen. Einige Hotels laden zu Veranstaltungen ein. Das Spektrum reicht von der „Open Mic Night“ für Amateursänger im „nhow“ in Friedrichshain über einen Besuch der Show „Divas“ im hauseigenen Festivalcenter des Neuköllner Estrel bis zu Hausführungen und einem Cocktail- und Partyabend im Hotel Palace am Europa-Center. Die Führungen beruhten auf Wünschen von Besuchern im vorigen Jahr, sagt Palace-Vizedirektor Mathias Müller, der „auch Blicke hinter die Kulissen des Betriebs“ verspricht.
Visit-Berlin-Chef Kieker erwartet derweil einen neuen Tourismusrekord: Die Gesamtzahl der Hotelübernachtungen steige in diesem Jahr wohl um 1,6 Millionen auf 24 Millionen. Die Verzögerungen beim Flughafen BER spielten fast keine Rolle, nur das Wachstum im Kongressbereich werde durch fehlende Langstreckenflüge gebremst. Viel ärgerlicher sei die restriktive Visapolitik gegenüber manchen Staaten, die auf das Bundesinnenministerium zurückgehe. So habe gerade eine Gruppe aus 100 wohlhabenden Indern keine Visa erhalten
Diesmal gilt eine Urlaubssperre im Callcenter von „Visit Berlin“. Auch ihre Webseite hat die Tourismusgesellschaft technisch verstärkt, um dem erwarteten Ansturm gewachsen zu sein. Denn ab dem heutigen Mittwoch können Berliner und Brandenburger wieder zum Sparpreis eine Übernachtung in einem Hotel in der Stadt reservieren – darunter das bisher nicht eröffnete Waldorf-Astoria im Charlottenburger Zoofenster-Hochhaus und zwölf weitere Fünf-Sterne-Häuser. Vom 5. auf den 6. Januar laden insgesamt 63 Hotels unter dem Motto „Erlebe Deine Stadt“ zu sich ein.
Das Doppelzimmer kostet 110 Euro.
Das sind elf Euro mehr als in den vorigen zwei Jahren. Die Tourismuswerber begründen dies mit höherer Qualität. Noch nie waren so viele Luxushotels dabei, und von den übrigen 50 Häusern gehören 44 der Kategorie Vier Sterne an. Beim letzten Mal war das Callcenter der Vielzahl von Anrufen nicht gewachsen, gleichzeitig brach der überlastete Internetserver zusammen. Das soll nun nicht mehr passieren. Laut Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker werden 30 Mitarbeiter ab 10 Uhr die Anrufe unter der Nummer 25 00 25 entgegennehmen. Online sind Buchungen unter erlebe.visitberlin.de möglich.
Die Hoteliers versprechen sich vor allem neue Gäste von der Aktion. „Die Übernachtungen führen zu Folgegeschäften“, sagt Hans Eilers, Direktor des Hotels Savoy in der Fasanenstraße und Vorsitzender des Vereins „Visit Berlin Partnerhotels“. Die Erfahrung zeige, dass zufriedene Berliner ein Haus weiterempfehlen und es auch buchen, wenn sie später mal Zimmer für Gäste aus dem In- und Ausland benötigen. Außerdem wolle die Branche verdeutlichen, dass sie sich zum „Wirtschaftsfaktor Nummer eins in Berlin“ entwickelt habe, und Vorbehalte gegenüber dem Tourismus abbauen.
Visit Berlin hat eine Umfrage zur Touristenfeindlichkeit in Teilen der Bevölkerung in Auftrag gegeben. Demnach sind 91 Prozent der Befragten „stolz“ auf die steigenden Besucherzahlen, 89 Prozent fühlen sich „nicht eingeschränkt oder gestört“. Es gibt aber große Unterschiede in den Bezirken. In Friedrichshain-Kreuzberg stören sich 29 Prozent der befragten Bewohner an Folgen des Booms wie Platznot, Lärm, Müll, Saufgelagen und steigenden Preisen in Lokalen. In Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Lichtenberg, Neukölln und Mitte sind es 11 bis 14 Prozent. Sehr viel geringer ist die Zahl in den touristenarmen Außenbezirken.
Eilers hofft sogar, dass die Übernachtungsaktion den Nachwuchsmangel in den Hotels lindert – indem Eltern anschließend ihre Kinder zur Ausbildung ermuntern. „Wir suchen händeringend gute Azubis“, sagt der Direktor und Vereinschef.
Für die 55 Euro pro Person wird es im Januar nicht nur eine Übernachtung mit Abendessen und Frühstück geben. Auch ein Willkommensdrink gehört dazu, außerdem kann man hauseigene Fitness- und Wellnessräume – sofern vorhanden – gratis nutzen. Einige Hotels laden zu Veranstaltungen ein. Das Spektrum reicht von der „Open Mic Night“ für Amateursänger im „nhow“ in Friedrichshain über einen Besuch der Show „Divas“ im hauseigenen Festivalcenter des Neuköllner Estrel bis zu Hausführungen und einem Cocktail- und Partyabend im Hotel Palace am Europa-Center. Die Führungen beruhten auf Wünschen von Besuchern im vorigen Jahr, sagt Palace-Vizedirektor Mathias Müller, der „auch Blicke hinter die Kulissen des Betriebs“ verspricht.
Visit-Berlin-Chef Kieker erwartet derweil einen neuen Tourismusrekord: Die Gesamtzahl der Hotelübernachtungen steige in diesem Jahr wohl um 1,6 Millionen auf 24 Millionen. Die Verzögerungen beim Flughafen BER spielten fast keine Rolle, nur das Wachstum im Kongressbereich werde durch fehlende Langstreckenflüge gebremst. Viel ärgerlicher sei die restriktive Visapolitik gegenüber manchen Staaten, die auf das Bundesinnenministerium zurückgehe. So habe gerade eine Gruppe aus 100 wohlhabenden Indern keine Visa erhalten
Dach in Brand
Bei Bauarbeiten entzündete sich das Dach, die Flammen schlugen hoch aus dem Gebäude in der Kreuzberger Freiligrathstraße. Einer der Dachdecker wurde leicht verletzt.
Die Flammen schlugen hoch aus dem Dachstuhl: In der Kreuzberger Freiligrathstraße brannte es am Dienstag Abend lichterloh. Bei Dacharbeiten war der Dachstuhl in Brand geraten. Die Feuerwehr war mit großem Aufgebot am Ort, insgesamt 120 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Mit Einbruch der Dunkelheit war der Brand gelöscht, am Abend löschte die Feuerwehr lediglich noch zurückgebliebene Glutnester.
Einer der Dachdecker erlitt eine Rauchgasvergiftung. Auch die Dachgeschosswohnung darunter wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.
Die Flammen schlugen hoch aus dem Dachstuhl: In der Kreuzberger Freiligrathstraße brannte es am Dienstag Abend lichterloh. Bei Dacharbeiten war der Dachstuhl in Brand geraten. Die Feuerwehr war mit großem Aufgebot am Ort, insgesamt 120 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Mit Einbruch der Dunkelheit war der Brand gelöscht, am Abend löschte die Feuerwehr lediglich noch zurückgebliebene Glutnester.
Einer der Dachdecker erlitt eine Rauchgasvergiftung. Auch die Dachgeschosswohnung darunter wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.
Zug hat volle Bauprogramm - Passagiere müssen warten
Der DB-Konzern verbuddelt auch 2013 mehr als eine halbe Milliarde Euro in Berlin und dem Umland. Die Kunden müssen mit Einschränkungen rechnen – und können Verbesserungen erwarten.
Mehr als eine halbe Milliarde Euro verbaut die Bahn in diesem Jahr in Berlin und Brandenburg. Nächstes Jahr soll der Betrag von 513 Millionen Euro noch erhöht werden auf 541 Millionen Euro. Die Fahrgäste werden das deutlich zu spüren bekommen. Auf vielen Strecken müssen sie sich mit teils massiven Einschränkungen arrangieren, bevor es auf neuen Gleisen teilweise schneller vorangeht als zuvor. Am Dienstag präsentierte die Bahn ihr Bauprogramm fürs nächste Jahr – in einem Bürocontainer an der Baustelle neben der unterirdischen S 21, die von 2017 an den Berliner Hauptbahnhof mit dem nördlichen S-Bahn-Ring verbinden soll.
Der Bau der neuen S-Bahn-Linie ist neben der schon zu mehr als der Hälfte vollbrachten Erneuerung des Ostkreuzes das größte und langwierigste Vorhaben der Bahn – aber bei weitem nicht das einzige, wie die nachfolgende Übersicht zeigt.
BERLINER S-BAHN
Allein ins S-Bahn-Netz investiert die Bahn 2013 rund 150 Millionen Euro. Die größten Einschränkungen stehen den Fahrgästen in den Sommerferien bevor: Vom 24. Juni bis 5. August fahren auf dem Ring zwischen Südkreuz und Bundesplatz ersatzweise Busse, weil die Gleise erneuert werden. Schon drei Tage früher und ebenfalls bis zum 5. August wird die S 1 zwischen Schönholz und Frohnau gesperrt. Geplant ist eine Kombination aus Ersatzbussen und Zugumleitungen bei ausgedünntem Takt.
Ebenfalls am 21. Juni beginnen Arbeiten auf der S 2 zwischen Priesterweg und Marienfelde. Die Arbeiten sollen bis zum 19. August dauern. Fahrgäste werden sich teilweise mit einem 20-Minuten-Takt der S 2 arrangieren müssen
Mehr als eine halbe Milliarde Euro verbaut die Bahn in diesem Jahr in Berlin und Brandenburg. Nächstes Jahr soll der Betrag von 513 Millionen Euro noch erhöht werden auf 541 Millionen Euro. Die Fahrgäste werden das deutlich zu spüren bekommen. Auf vielen Strecken müssen sie sich mit teils massiven Einschränkungen arrangieren, bevor es auf neuen Gleisen teilweise schneller vorangeht als zuvor. Am Dienstag präsentierte die Bahn ihr Bauprogramm fürs nächste Jahr – in einem Bürocontainer an der Baustelle neben der unterirdischen S 21, die von 2017 an den Berliner Hauptbahnhof mit dem nördlichen S-Bahn-Ring verbinden soll.
Der Bau der neuen S-Bahn-Linie ist neben der schon zu mehr als der Hälfte vollbrachten Erneuerung des Ostkreuzes das größte und langwierigste Vorhaben der Bahn – aber bei weitem nicht das einzige, wie die nachfolgende Übersicht zeigt.
BERLINER S-BAHN
Allein ins S-Bahn-Netz investiert die Bahn 2013 rund 150 Millionen Euro. Die größten Einschränkungen stehen den Fahrgästen in den Sommerferien bevor: Vom 24. Juni bis 5. August fahren auf dem Ring zwischen Südkreuz und Bundesplatz ersatzweise Busse, weil die Gleise erneuert werden. Schon drei Tage früher und ebenfalls bis zum 5. August wird die S 1 zwischen Schönholz und Frohnau gesperrt. Geplant ist eine Kombination aus Ersatzbussen und Zugumleitungen bei ausgedünntem Takt.
Ebenfalls am 21. Juni beginnen Arbeiten auf der S 2 zwischen Priesterweg und Marienfelde. Die Arbeiten sollen bis zum 19. August dauern. Fahrgäste werden sich teilweise mit einem 20-Minuten-Takt der S 2 arrangieren müssen
Noch unkomfortabler wird es zeitweise für die Nutzer der S 1 im Berliner Südwesten und der S 5 im östlichen Umland: Die Linie durch Zehlendorf wird vom 28. März bis 8. April zwischen Mexikoplatz und Schlachtensee durch Busse ersetzt. Und auf der Strecke nach Strausberg muss vom 27. September bis 21. Oktober 2013 in Fredersdorf ebenfalls auf Busse umgestiegen werden. Wer allerdings weiter will, etwa aus der Berliner City nach Wannsee (S 1) oder von Lichtenberg nach Strausberg (S 5), kann die Lücken auch mit Regionalzügen überbrücken. Auf deren Strecken ist – anders als in diesem Jahr in der Wannsee-Region – keine gleichzeitige Buddelei geplant. Ein echtes Nadelöhr zeichnet sich für die Zeit vom 2. bis zum 7. Oktober ab, wenn zwischen Ostkreuz und dem Ostbahnhof nur ein Zug pendeln soll. Ebenfalls eingleisiger Pendelverkehr steht vom 27. September bis zum 7. Oktober auf der S 8 und der S 9 zwischen Treptower Park und Baumschulenweg bevor. Dagegen können sich die Nutzer der S 3 auf eine deutliche Verbesserung freuen: Von Ende Oktober an sollen die Züge am Ostkreuz auf einem neuen Bahnsteig ankommen, so dass stadteinwärts der mühsame Umstieg über lange Treppen zum Nachbarbahnsteig entfallen dürfte.
Auf der zuletzt besonders verspätungsgeplagten S 7 stehen zwar zwischen Grunewald und Wannsee weitere Bauarbeiten an der Strecke an, die allerdings den Betrieb nicht allzu sehr behindern sollen. Das gilt auch für die anderen Baustellen, die vor allem Brücken betreffen, etwa die Überführungen der Treskowallee in Karlshorst, der Yorckstraße in Kreuzberg und des Sterndamms in Schöneweide. Außerdem entsteht am Gesundbrunnen für rund neun Millionen Euro ein Empfangsgebäude. Der Bahnhof Warschauer Straße wird neu gebaut, in Bernau werden die Bahnsteige überdacht und die in Erkner erneuert. Zusätzlich sind neue Aufzüge in Lichtenberg, Friedenau, Wannsee und Yorckstraße/Großgörschenstraße geplant. Auch die Umrüstung der S-Bahnhöfe auf digitale Anzeigen und neue Ansagetechnik wird fortgesetzt.
REGIONAL- UND FERNBAHN
Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 soll die wichtigste Regionalverbindung, der RE 1 zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder), wieder durchgebunden werden; die Bauarbeiten zwischen Potsdam und Charlottenburg werden pünktlich beendet. Die Züge von RE 5 und RB 12 (Richtung Rostock) müssen dagegen noch bis zum 26. April Umwege nehmen, weil die Gleise zwischen Oranienburg und Gransee fit gemacht werden für Tempo 160 und Güterzüge. Der RE 2 fährt im Juni im Havelland eingleisig, weil die Bahn zwischen Nauen und Paulinenaue ein Überholgleis baut. Südlich von Berlin werden RE 3 und RE 7 zwischen Rangsdorf und Zossen vom 17. Mai bis 3. Juni durch Busse ersetzt, weil Gleise und Brücken erneuert werden.Die weiteren Pläne der Bahn betreffen eher Nebenstrecken oder das weitere Umland und sind auch nicht mit allzu großen Einschränkungen verbunden.
Große Veränderungen im Regionalverkehr der Hauptstadt stehen erst mit Eröffnung des Flughafens BER sowie ab 2014 an, wenn der Regionalbahnhof Ostkreuz fertig wird. Der Ausbau der teils weit hinters Vorkriegsniveau zurückgefallenen Verbindungen nach Polen hängt nach Auskunft der Bahn auch von einem Staatsvertrag ab, über den die Verkehrsministerien beider Länder verhandeln.
FAHRSCHEINE
Eine Änderung für die Passagiere in Zügen der DB gilt vom Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 an: Der „Bordpreis“ genannte Aufschlag von 2,50 Euro für Fahrscheine, die in DB-Zügen gekauft werden, entfällt. Allerdings müssen die Fahrgäste beim Einsteigen ein gültiges Ticket haben, sofern es einen intakten Automaten oder eine Verkaufsstelle gab. Da das nach Auskunft des Verkehrsverbundes VBB nur auf 116 der 332 Bahnhöfe in der Region zutrifft, müssen die Fahrgäste in vielen Fällen ihr Ticket nach dem Einsteigen im Zug kaufen. Wer untätig auf die Kontrolle wartet, gilt wie bisher als Schwarzfahrer.
Auf der zuletzt besonders verspätungsgeplagten S 7 stehen zwar zwischen Grunewald und Wannsee weitere Bauarbeiten an der Strecke an, die allerdings den Betrieb nicht allzu sehr behindern sollen. Das gilt auch für die anderen Baustellen, die vor allem Brücken betreffen, etwa die Überführungen der Treskowallee in Karlshorst, der Yorckstraße in Kreuzberg und des Sterndamms in Schöneweide. Außerdem entsteht am Gesundbrunnen für rund neun Millionen Euro ein Empfangsgebäude. Der Bahnhof Warschauer Straße wird neu gebaut, in Bernau werden die Bahnsteige überdacht und die in Erkner erneuert. Zusätzlich sind neue Aufzüge in Lichtenberg, Friedenau, Wannsee und Yorckstraße/Großgörschenstraße geplant. Auch die Umrüstung der S-Bahnhöfe auf digitale Anzeigen und neue Ansagetechnik wird fortgesetzt.
REGIONAL- UND FERNBAHN
Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 soll die wichtigste Regionalverbindung, der RE 1 zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder), wieder durchgebunden werden; die Bauarbeiten zwischen Potsdam und Charlottenburg werden pünktlich beendet. Die Züge von RE 5 und RB 12 (Richtung Rostock) müssen dagegen noch bis zum 26. April Umwege nehmen, weil die Gleise zwischen Oranienburg und Gransee fit gemacht werden für Tempo 160 und Güterzüge. Der RE 2 fährt im Juni im Havelland eingleisig, weil die Bahn zwischen Nauen und Paulinenaue ein Überholgleis baut. Südlich von Berlin werden RE 3 und RE 7 zwischen Rangsdorf und Zossen vom 17. Mai bis 3. Juni durch Busse ersetzt, weil Gleise und Brücken erneuert werden.Die weiteren Pläne der Bahn betreffen eher Nebenstrecken oder das weitere Umland und sind auch nicht mit allzu großen Einschränkungen verbunden.
Große Veränderungen im Regionalverkehr der Hauptstadt stehen erst mit Eröffnung des Flughafens BER sowie ab 2014 an, wenn der Regionalbahnhof Ostkreuz fertig wird. Der Ausbau der teils weit hinters Vorkriegsniveau zurückgefallenen Verbindungen nach Polen hängt nach Auskunft der Bahn auch von einem Staatsvertrag ab, über den die Verkehrsministerien beider Länder verhandeln.
FAHRSCHEINE
Eine Änderung für die Passagiere in Zügen der DB gilt vom Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 an: Der „Bordpreis“ genannte Aufschlag von 2,50 Euro für Fahrscheine, die in DB-Zügen gekauft werden, entfällt. Allerdings müssen die Fahrgäste beim Einsteigen ein gültiges Ticket haben, sofern es einen intakten Automaten oder eine Verkaufsstelle gab. Da das nach Auskunft des Verkehrsverbundes VBB nur auf 116 der 332 Bahnhöfe in der Region zutrifft, müssen die Fahrgäste in vielen Fällen ihr Ticket nach dem Einsteigen im Zug kaufen. Wer untätig auf die Kontrolle wartet, gilt wie bisher als Schwarzfahrer.
Thursday, April 19, 2012
Unsere Plätze-Serie - Verschönern Sie mit!
Ortsbegehungen. Der Petriplatz in Mitte. - KITTY KLEIST-HEINRICH
Wie Plätze sind, und was sie sein könnten – das erfahren Sie ab Freitag in 15 Folgen. Große und kleine, historische und moderne, bekannte und unbekannte Plätze sind es, mit denen sich in den vergangenen Wochen 15 renommierte Stadtentwicklungs- und Landschaftsplanungsbüros im Auftrag des Tagesspiegels intensiv beschäftigt haben. Ihre Ideen für eine Verschönerung werden wir präsentieren. Anfangen werden wir mit dem Hansaplatz in Tiergarten, einer Ikone der städtebaulichen Nachkriegszeit am Tiergarten, doch im Lauf der Zeit unansehnlich geworden. Der Landschaftsarchitekt Steffen Brodt vom Büro „Plan.b“ hat sich des Platzes angenommen – alles weitere können Sie am Freitag lesen.
Der Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz. - THILO RÜCKEIS
In der zweiten Folge zeigen wir Ihnen, wie sich die Planer am Petriplatz den Umgang mit dem historischen Zentrum der Stadt vorstellen. Hier, an der Wiege Berlins, wo schon im 12. Jahrhundert Menschen lebten, vertreibt derzeit die laute Leipziger Straße jedes Platzgefühl. Es folgen der Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz, das Kottbusser Tor in Kreuzberg und der Platz Alt-Tegel. Hoch in den Norden geht es dann auch mit dem Antonplatz in Weissensee, und wieder nach Süden zum Innsbrucker Platz, einem Lehrbeispiel für die autogerechte Zurichtung der Stadt. Aufmerksamkeit erhält auch der Moritzplatz in Kreuzberg, der Spandauer Markt und der Don-Ugoletti-Platz in Köpenick. In Wedding haben die Planer sich um den Louise-Schroeder-Platz gekümmert, in Reinickendorf um den Kurt-Schumacher-Platz und in Neukölln um den Hermannplatz. Am Ende unserer Serie werden wir uns dem Vorplatz des Ostbahnhofs in Friedrichshain und dem Nollendorfplatz in Schöneberg zuwenden.
Der Tagesspiegel möchte mit der Serie eine Debatte anstoßen. Deswegen werden wir mit unseren Lesern, mit Vertretern von Anwohner-Initiativen und mit Politikern diskutieren, wie die Ideen ankommen, wie Vorschläge bewertet und welche Anregungen aufgenommen werden könnten. Denn manche Bezirke haben sich schon positiv über unsere Initiative geäußert, weil sie selber die Neugestaltung von Plätzen planen und auf unsere Ideen gespannt sind.
Zu jeder Folge wird es deshalb anschließend am oder in der Nähe der Plätze eine öffentliche Veranstaltung geben, zu der wir unsere Leser schon jetzt herzlich einladen. Über die Termine und Diskussionsorte werden wir in jeder Folge informieren. Ab morgen gilt: Platz da! Lesen Sie mit, diskutieren Sie mit, gestalten Sie mit.
Nerz: "Wir haben kein rechtes Problem in der Piratenpartei"
Hartmut Semken entschuldigt sich für seine Äußerungen zum Umgang der Piratenpartei mit Extremisten: „Ich habe viele Leute sehr verletzt mit meinen Worten, was ich so nicht erwartet... - FOTO: DAPD
Hartmut Semken sieht sich mit Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei konfrontiert. Oliver Höfinghoff, Mitglied des Abgeordnetenhauses, und zwei andere prominente Berliner Piraten, Philip Brechler und Stephan Urbach, haben Landeschef Hartmut Semken in einem offenen Brief zum Rücktritt aufgefordert. "Wir fordern dich auf zurückzutreten und eine LMV[Landesmitgliederversammlung, die Redaktion] einzuberufen, bei der es nur einen TOP gibt: Neuwahl des ersten Vorsitzenden, eventuelle Neuwahl von anderen freigewordenen Posten. Es geht uns nicht darum dich dort öffentlich vorzuführen oder gar Kalif anstelle des Kalifen zu werden, wir versichern dir, wir werden nicht kandidieren."
Hintergrund der Debatte ist ein Text, den Semken vor einigen Tagen auf seinem privaten Blog zur Debatte um den Umgang der Piraten mit Extremisten in den eigenen Reihen veröffentlicht hatte.
Semken hatte unter anderem geschrieben: "Aber ich kann dieses „wir müssen uns abgrenzen gegen Rechte Ansichten“ nicht mehr hören. ... Wenn Du da nicht „alle Rausschmeissen, am besten an den Eiern aufhängen“ twitterst - dann bist Du unmittelbar ein Verharmloser, Relativierer, ja heimlicher Symathisant, der nur den richtigen Faschisten und Nazis den Weg bereiten will, die Piraten zu übernehmen."
Semken sieht das mittlerweile als Fehler. „Ich habe viele Leute sehr verletzt mit meinen Worten, was ich so nicht erwartet hätte, und das tut mir jetzt sehr leid“, sagte er dem Tagesspiegel. Ob er zurücktreten werde, wisse er noch nicht. „Aber wenn sich alle etwas beruhigt haben und sich die Waage zwischen den ,hau ab’- und den ,bleib da’-Reaktionen vom aktuell überwiegenden ,bleib’ wegneigt, dann werde ich natürlich zurücktreten“, sagte Semken. Er trete rechtsextremem Gedankengut entschieden entgegen. „Nichts liegt mir ferner, als Rechtsextreme einzuladen, der Piratenpartei beizutreten. Aber wir müssen einen Weg finden, mit denen umzugehen, ohne dass es einem Lynchmob gleichkommt.“ Ihm wäre es lieber, „wir würden als Piratenpartei ein Programm entwickeln und vorleben, das Menschenverachter so anekelt, dass sie ganz von allein gehen“. Die Piratenpartei habe 25.000 Parteimitglieder und keine Vorab-Prüfung. "In der Gesellschaft vorhandene Probleme importieren wir daher ungefiltert, Personen mit rechtsradikalem Gedankengut haben wir also mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei und müssen sie nun wieder loswerden. Dafür benötigen wir Verfahren, die zunächst verhindern, dass die Progammatik und Handlungen der Partei von solchem Gedankengut beeinflusst werden."
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